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Rückblick: DGS-Sektionstagung “Einheit trotz Vielfalt”

Vom 08.10-09.10.2015 fand eine Herbsttagung der DGS-Sektion Wissenschafts- und Technikforschung in Kooperation mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) statt. Das Tagungsthema lautete „Einheit trotz Vielfalt? Die Diversität der Wissenschaft als Herausforderung für die Forschung“. Ziel der Tagung war es, verschiedene Forschungsstrategien des methodologisch anspruchsvollen Fächervergleichs einander gegenüberzustellen und die empirischen Ergebnisse mit Blick auf die soziologische Theorienbildung und forschungspolitische Praxis zu reflektieren.
Dr. Fabian Hattke und ich hatten hierbei die Möglichkeit, unser aktuelles Forschungsthema „Double Blind Peer Review vs. Open Post Publication Review – Publikationspraktiken im Fächervergleich“ vorzustellen und mit diversen Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Communities zu diskutieren.
Neben vielen spannenden Vorträgen gab es eine Podiumsdiskussion unter anderem mit Vertretern des Wissenschaftsrats und der Volkswagen Stiftung. Während der Diskussion fiel immer wieder auf, dass Vielfalt nicht erst auf einer übergeordneten Ebene zwischen verschiedenen Fächern entsteht, sondern bereits innerhalb der eigenen Disziplingrenzen. Mit dieser Komplexität umzugehen, stellt auch bei einer Evaluation von Forschungsergebnissen eine besondere Herausforderung dar, die nicht unterschätzt werden sollte. An diesem und weiteren Gedanken möchten wir bei unseren nächsten Forschungsschritten gerne anschließen.

(4) Zur Zukunft der Wissenschaftsforschung in Deutschland

Die Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf) e.V. hat ein Positionspapier zur Lage und Zukunft der Hochschulforschung in Deutschland verabschiedet. Neben einer Kurzdarstellung der gegenwärtigen Situation der Hochschulforschung in Deutschland beinhaltet das Papier Kernziele zur Weiterentwicklung des Forschungsfelds. Das Positionspapier kann unterzeichnet werden.

The Academy of Sciences and Humanities Hamburg, Academy Readings 2015

The Academy of Sciences and Humanities Hamburg aims to promote interdisciplinary research across universities and non-university research institutions and advocates dialogue between academia, the public, and politics. Members of the Academy are distinct scholars from Germany. For further information take a look at the homepage.

The Academy hosts inter alia academy readings with outstanding scientists. This years program focusses on academic freedom featuring readings from Torsten Wilholt, Paul Kirchhoff, Martin Carrier, and Bettina Schöne-Seifert. Especially for researchers in the field of higher education the readings are worth visting. See the program for further information about the lectures.

CfP: Herbsttagung der DGS-Sektion Wissenschafts- und Technikforschung in Kooperation mit der Forschungsgruppe Wissenschaftspolitik am WZB

Am 8. und 9. Oktober 2015 findet in Berlin eine von der DGS und dem WZB initiierte Tagung zum Thema „Einheit trotz Vielfalt? Die Diversität der Wissenschaft als Herausforderung für die Forschung“ statt.

Abstracts für Vortragsbeiträge im Umfang von ca. 500 Wörtern können bis zum 15. Mai 2015 eingereicht werden.

(3) Zur Zukunft der Wissenschaftsforschung in Deutschland

In einem Positionspapier fordert der Wissenschaftsrat mehr empirische Wissenschafts- und Hochschulforschung in Deutschland. Der Rat attestiert der Wissenschaftsforschung eine vergleichsweise schwache institutionelle Verankerung, trotz ihrer hohen Relevanz für die Reflexion wissenschaftspolitischer Entscheidungen. Die starke Drittmittelabhängigkeit des interdisziplinären Forschungsfeldes ist ein weiterer Kritikpunkt. Zur Behebung dieser Defizite schlägt der Wissenschaftsrat u.a. folgende Maßnahmen vor:

  • Konsolidierung der bestehenden Forschungsinstitute (insb. DZHW und iFQ) zu einem Kompetenzzentrum der empirischen Wissenschafts- und Hochschulforschung
  • Einrichtung von Professuren und profilbildenden Bereichen an Hochschulen
  • Koordinierung der Studienangebote und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Die Diagnose sowie die vorgeschlagenen Maßnahmen und die verfolgten Ziele erinnern stark an die Ergebnisse der Paneldiskussion der GfHf sowie an das Memorandum zur Zukunft der Hochschulforschung in Deutschland.

(2) Zur Zukunft der Wissenschaftsforschung in Deutschland

Die Gesellschaft für Hochschulforschung (GfHf) hat auf ihrer Jahrestagung eine Paneldiskussion über Zukunftsthemen der Hochschulforschung veranstaltet. Schon seit einer Weile sieht die GfHf eine stärkere theoretische Fundierung, eine Ausweitung des Methodenspektrums, die bessere Integration verschiedener disziplinärer Ansätze und die internationale Vergleichbarkeit von Forschungsergebnissen auf der Agenda der deutschen Hochschulforschung.

Obwohl alle Panelteilnehmer/innen die Hochschulforschung als ein multi-disziplinäres Feld sehen wurde in der Diskussionsrunde der Versuch unternommen, konkrete inhaltliche Forschungstrends zu skizzieren. Anbei eine kurze Charakterisierung der Themengebiete, basierend auf dem Diskussionsprotokoll:

  • Theorie- und Methoden-Integration, insbesondere organisationstheoretische Erkenntnisse und Methoden der Wissenschaftsfoschung (bspw. Bibliometrie und/oder Netzwerkanalysen)
  • University Governance, insbesondere das Verhältnis Staat-Hochschule und rechtliche Rahmenbedingungen, sowie interne Ressourcenallokationsprozesse, Steuerungsmechanismen und Qualitätskontrollen (Rankings, Peer Reviews, etc.)
  • Bildungs- und Kompetenzforschung, insbesondere gesellschaftliche Auswirkungen der fortschreitenden Akademisierung, Kompetenzentwicklung und -beurteilung, sowie lebenslanges Lernen und Online Teaching / Learning
  • Karriere- und Nachwuchsforschung, insbesondere Mobilitätsstudien
  • Internationale Vergleiche und Politikberatung, insbesondere Panelstudien

(1) Zur Zukunft der Wissenschaftsforschung in Deutschland

Trotz der hohen Bedeutung von Foschungs- und Bildungseinrichtungen für den Wandel hin zur vielzitierten “Wissensgesellschaft” fristet die sozialwissenschaftliche Wissenschaftsforschung in Deutschland bislang ein Nischendasein. Im Gegensatz zum angelsächsischen Raum gibt es kaum Lehrstühle, die dem Hochschul- und Bildungsmanagement gewidmet sind und sich mit den organisatorischen Rahmenbedingungen, internen Abstimmungsmechnismen und gesellschaftlichen Konsequenzen von Forschung und Lehre auseinandersetzen. Zwar existieren mit dem INCHER, HIS oder CHE einige Forschungsinstitute, jedoch sind sie auf die stetige Einwerbung hoher Drittmittelvolumina angewiesen, um ihren Forschungsauftrag erfüllen zu können – Risiken (nachhaltiger Bestand der Institute?) und Nebenwirkungen (autonome Forschung?) mit inbegriffen.

Diese und weitere Missstände sind nun in einem Memorandum zur Zukunft der sozialwissenschaftlichen Wissenschaftsforschung publik gemacht worden, das bislang von über 177 Personen aus Wissenschaft und Hochschulmanagement unterzeichnet wurde. Die Autoren sehen u.a. die Verstetigung existierender Förderlinien, die Einrichtung von (Stiftungs-)Lehrstühlen sowie die gezielte Nachwuchsförderung als Maßnahmen, die kurz- und mittelfristig zu einer dem Erkenntnisgegenstand angemessenen Forschungs- und Lehrkapazität beitragen können.

Mit einer Mail an die Initiatoren hat man die Möglichkeit, diesem wichtigen Anliegen eine weitere Stimme zu verleihen.