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Abschlussworkshop Neue Steuerung von Universitäten

Am 12.07.2012 fand die Abschlusspräsentation der Ergebnisse des dreijährigen Forschungsprojektes Neue Steuerung von Universitäten – Evaluierung von Governance-Reformen des deutschen Universitätssystems in der Federführung von Prof. Dr. Jörg Bogumil in der Ruhr-Universität-Bochum statt. In einem umfangreichen Survey wurden Rektoren, Kanzler, Dekane und Professoren darüber befragt, ob die durch die durch die 4. Nouvelle des Hochschulrahmengesetzes eingeleitete Reform der Hochschulsteuerung vom “Selbstverwaltungsmodell” zum “Managementmodell” an deutschen Universitäten implementiert wurde und ob die neu eingesetzten Instrumente Wirkungen zeigen.

Die Befragten stimmten grundsätzlich zu, dass die Instrumente der Ziele angemessen sind und ihre Wirkung zeigen. Erstaunlicherweise konnten Varianzen in der Implementierung von Instrumenten weder durch eine Kontrolle der Fächer, noch durch bundeslandspezifische Ausgestaltungen der Hochschulgesetze erklärt werden. Im Rahmen des Projektes konnte darauf bisher keine befriedigende Antwort gefunden werden, doch geben die ergänzenden Fallstudien Aufschluss darüber, dass die Umsetzung sehr stark abhängig von den konkreten Bedingungen der einzelnen Universität ist.

So wurden in zwei Einrichtungen mit ähnlicher Größe, ähnlichem Fächerspektrum und einem ähnlichen formalen Modell (Hierarchie-Ratsmodell mit kompetenzstarken Hochschulräten und Universitätsleitungen nach Otto Hüther 2010) Tiefeninterviews geführt und dabei herausgefunden, dass die Einrichtung aus NRW einer ganzheitlichen Reform unterlag und die Ergebnissteuerung gestärkt sowie die Leistungsorientierung gesteigert wurde, während die bayrische Institution sich allenfalls schleppend verändert. In letzterer wurde der Rektor extern durch den Hochschulrat gegen den Willen des Senats berufen. In der mangelnden Legitimation des Rektors und dem Dissens zum Kanzler wurde eine Erklärung gefunden.

In der Diskussion merkte der Kanzler einer Berliner Hochschule an, dass nicht nur der formal-rechtliche Zwang zum Wandel angeschaut werden müsse, sondern der ökonomische Zwang durch die öffentliche Budgetkürzungspolitik des Landes beachtet werden müsse. Denken wir an die Fusion und Restrukturierung der Leuphana Universität Lüneburg hin zu einem Prototyp einer neuen Hochschulorganisation, so ist die Entschlossenheit und der Erfolg in der Umsetzung auch nicht nur auf rechtliche Rahmenbedingungen zurückzuführen, sondern vielmehr auf die tatsächliche ökonomische Bestandsgefahr, die abgewendet werden musste.